Libanon — Ekhbary Nachrichtenagentur
Das Welternährungsprogramm (WFP) hat heute mitgeteilt, dass der Libanon eine der schwersten Perioden der Ernährungsunsicherheit in seiner Geschichte durchlebt. Die Sprecherin des WFP, Abeer Atifa, wies auf Finanzierungsengpässe hin, die durch den anhaltenden Konflikt in der Region verschärft werden. Aktuelle Analysen des Integrated Food Security Phase Classification (IPC) zeigen, dass etwa eine Million Menschen im Libanon, also jeder vierte Einwohner, von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, nachdem die jüngste Eskalation die im letzten Jahr erzielten Fortschritte zunichtegemacht hat.
Ursachen der Krise und humanitäre Bemühungen
Atifa führte die Verschlechterung der Lage auf den bewaffneten Konflikt und die daraus resultierende Vertreibung aus dem Südlibanon zurück. Hinzu kommen die wirtschaftliche Rezession und die steigenden Preise für Lebensmittel und Treibstoff, die die Kaufkraft libanesischer Familien erheblich geschwächt haben. Der Zugang zu Nahrungsmitteln ist für Millionen von Libanesen zu einer täglichen Herausforderung geworden. Das WFP leistet täglich und monatlich Unterstützung für rund 600.000 Menschen durch warme Mahlzeiten und Bargeldhilfen, stößt jedoch auf Hindernisse beim Zugang zu den südlichen Regionen des Landes.
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Finanzierungsengpässe und Lösungsansätze
Trotz der Finanzierungsschwierigkeiten bemüht sich die Organisation täglich, Hilfskonvois zu entsenden, wobei der Schwerpunkt auf den ärmsten, schwächsten und am stärksten gefährdeten Personen liegt. Die WFP-Sprecherin betonte, dass eine Lösung der humanitären Krise im Libanon einen Waffenstillstand und die Stabilisierung der Lage erfordert. Ein gemeinsamer Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und des WFP prognostiziert, dass zwischen April und August dieses Jahres 1,2 Millionen Menschen im Libanon mit einem hohen Maß an akuter Ernährungsunsicherheit der Phase 3 konfrontiert sein werden.