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Saturday, 14 March 2026
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Zehn Tage vor der Landtagswahl: CDU überholt SPD in Rheinland-Pfalz – AfD vor Rekordergebnis

Eine aktuelle Umfrage zeigt ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Volk

Zehn Tage vor der Landtagswahl: CDU überholt SPD in Rheinland-Pfalz – AfD vor Rekordergebnis
7DAYES
1 day ago
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Deutschland - Ekhbary Nachrichtenagentur

Zehn Tage vor der Landtagswahl: CDU überholt SPD in Rheinland-Pfalz – AfD vor Rekordergebnis

In Rheinland-Pfalz spitzt sich der Wahlkampf zehn Tage vor der Landtagswahl am kommenden Sonntag dramatisch zu. Eine aktuelle Umfrage des renommierten Instituts Infratest dimap, durchgeführt im Auftrag der ARD, offenbart ein politisches Erdbeben am Rhein: Die CDU liegt erstmals knapp vor der SPD, die das Bundesland seit 35 Jahren ununterbrochen regiert. Diese Entwicklung stellt die Sozialdemokraten vor eine historische Herausforderung und könnte das Ende einer Ära bedeuten. Gleichzeitig sorgt der prognostizierte massive Zuwachs für die rechtspopulistische AfD für ernste Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Regierungsfähigkeit und der Stabilität der politischen Mitte.

Die Erhebung, die zwischen Montag und Mittwoch 1534 wahlberechtigte Personen befragte, zeigt die CDU mit Spitzenkandidat Gordon Schnieder bei 29 Prozent der Stimmen, ein Plus von einem Prozentpunkt im Vergleich zur letzten Umfrage vom Februar. Nur einen Wimpernschlag dahinter folgt die SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer mit 28 Prozent, die ebenfalls einen Punkt zulegen konnte. Dieser hauchdünne Vorsprung der CDU markiert eine bemerkenswerte Verschiebung in einem Bundesland, in dem die SPD seit 1991 bei jeder Landtagswahl die stärkste Kraft war. Die Ausgangslage vor der Wahl 2021, als die SPD mit 35,7 Prozent deutlich vor der CDU (27,7 Prozent) lag, scheint Vergangenheit.

Die SPD hatte in der laufenden Legislaturperiode zwischenzeitlich einen deutlichen Rückstand von zehn Prozentpunkten auf die CDU in Umfragen verzeichnet, konnte diesen aber in den letzten Monaten aufholen. Dies zeugt von der Resilienz der Partei und der Beliebtheit ihres Ministerpräsidenten Schweitzer, der in der Direktwahlfrage mit 38 Prozent deutlich vor Schnieder (21 Prozent) liegt. Dennoch verdeutlicht die aktuelle Umfrage, dass die traditionellen Bindungen der Wähler erodieren und die persönliche Popularität des Amtsinhabers möglicherweise nicht ausreicht, um die Parteischwäche vollständig zu kompensieren.

Besonders alarmierend ist das Ergebnis für die AfD, die unverändert bei 19 Prozent liegt. Sollte sich dieses Ergebnis bei der Wahl bestätigen, würde die Partei ihren Stimmenanteil von 2021 (8,3 Prozent) mehr als verdoppeln. Dieser massive Zuwachs für die AfD ist ein klarer Ausdruck einer bundesweiten Tendenz und stellt die etablierten Parteien vor die schwierige Aufgabe, auf die Sorgen und den Protest der Wähler zu reagieren. Ein derart starkes Abschneiden der AfD könnte die Bildung einer stabilen Regierungskoalition erheblich erschweren und das politische Klima im Land weiter polarisieren.

Die Grünen verzeichnen in der Umfrage einen Rückgang um einen Punkt auf acht Prozent, nachdem sie 2021 noch 9,3 Prozent erreichten und drittstärkste Kraft waren. Die Linke verharrt bei fünf Prozent, einem Wert, der sie bisher noch nie in den Mainzer Landtag gebracht hat. Beide Parteien kämpfen in einem zunehmend fragmentierten Umfeld um ihre Position, wobei insbesondere die Grünen im Vergleich zu früheren Hochphasen an Zuspruch verlieren.

Für die Freien Wähler, die in früheren Umfragen zwischen fünf und sechs Prozent lagen, sieht es düster aus: Sie erreichen laut der aktuellen Erhebung nur 4,5 Prozent und würden damit an der Fünfprozenthürde scheitern. Dies unterstreicht die Volatilität kleinerer Parteien und die Schwierigkeit, sich in einem polarisierten Umfeld dauerhaft zu etablieren. Alle übrigen Parteien, darunter auch die FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), erreichen zusammen sieben Prozent. Die FDP, derzeit Teil der Ampelkoalition, liegt damit ebenfalls unter der Wahrnehmungsschwelle, was ihre Rolle in einer möglichen zukünftigen Koalition fraglich macht.

Rheinland-Pfalz wird derzeit von einer Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP unter Ministerpräsident Schweitzer regiert. Angesichts der knappen Ergebnisse und des starken AfD-Abschneidens könnte die Regierungsbildung nach dem 10. März zu einer komplexen Angelegenheit werden. Eine Fortsetzung der Ampelkoalition wäre nur mit Mühe möglich, und auch andere Bündnisse, etwa eine Große Koalition oder eine Jamaika-Koalition, wären mit Herausforderungen verbunden. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, da die Parteien versuchen werden, unentschlossene Wähler zu mobilisieren und das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. Die Wahl in Rheinland-Pfalz wird somit nicht nur über die Zukunft des Bundeslandes entscheiden, sondern auch wichtige Signale für die bundespolitische Stimmung aussenden.

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