Schweden - Ekhbary Nachrichtenagentur
Archäologen entdecken aufwändige Fell- und Federkleidung in schwedischen Steinzeitgräbern
In einem atemberaubenden archäologischen Durchbruch, der unser Verständnis des prähistorischen Lebens neu definiert, hat eine neuartige Bodenanalysetechnik komplizierte Details über Steinzeitbestattungen in Südschweden enthüllt, die über siebentausend Jahre zurückreichen. Forscher haben entdeckt, dass Individuen, darunter ein kleiner Junge und eine ältere Frau, in aufwendig verzierter Kleidung aus Fell und Federn beigesetzt wurden, was frühere Annahmen über die Einfachheit mesolithischer Kleidung und Bestattungsriten in Frage stellt.
Weiche organische Materialien wie Fell, Pflanzenfasern und Federn überdauern die Zeit selten, was die archäologische Bergung außergewöhnlich schwierig macht. Traditionell sind solche Entdeckungen auf spezifische, hoch konservierte Umgebungen wie Unterwasserstätten oder Gletscher beschränkt. Ein Team unter der Leitung der Archäologin Tuija Kirkinen von der Universität Helsinki hat jedoch eine Methode entwickelt, die in der Lage ist, mikroskopische Spuren von Haaren und Federn in gewöhnlichen Bodenproben aus alten Gräbern zu identifizieren, selbst dort, wo die Erhaltungsbedingungen im Allgemeinen schlecht sind.
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Die bahnbrechende Studie, die in der Zeitschrift Archaeological and Anthropological Sciences veröffentlicht wurde, konzentrierte sich auf Skateholm, eine bedeutende spätmesolithische archäologische Stätte in Südschweden nahe der Ostseeküste. Dieser Ort diente zwischen 5200 und 4800 v. Chr. als Friedhof für Jäger- und Sammlergruppen. Die Forscher analysierten akribisch 139 Bodenproben aus 35 Gräbern in Skateholm. Nach der Isolierung größerer Fragmente wie Knochen, Feuerstein, Holzkohle und Samen wurden die Proben gesiebt, zentrifugiert und die verbleibenden Mikropartikel – Fasern, Haare und Federn – unter einem Mikroskop untersucht.
Die Ergebnisse waren außergewöhnlich. Säugetierhaare wurden aus 20 Gräbern geborgen, wobei ein Viertel davon Tieren wie Ottern, Hirschen und Kühen zugeordnet werden konnte. Überzeugendere Erkenntnisse ergaben sich aus spezifischen Einzelgräbern. In einem bestimmten Grab, das die Skelette eines Kindes und eines erwachsenen Mannes enthielt, enthielt eine Bodenprobe aus dem Raum zwischen ihnen ein einzelnes Hirschhaar und eine mögliche Spechtfeder. Dieser mikroskopische Beweis deutet stark darauf hin, dass das Kind möglicherweise mit einem Hirschleder-Kleidungsstück und einem Kopfschmuck mit Spechtfedern geschmückt war, was auf einen raffinierten Ansatz bei der Grabverzierung hindeutet.
Eine weitere Analyse einer anderen Bestattung, die eines jungen erwachsenen Mannes, ergab Hinweise auf Haare von einem Hasentier (Berghase), einem Marder (Wiesel oder Hermelin), einer Fledermaus und einer Eule, die alle um den Kopfbereich konzentriert waren. Perlen aus Rothirschzähnen, die ebenfalls in der Nähe des Kopfes gefunden wurden, stützen die Hypothese, dass dieses Individuum mit aufwendigem dekorativem Kopfschmuck beigesetzt wurde. Diese Details zeichnen ein lebendiges Bild der Handwerkskunst und der symbolischen Bedeutung, die tierischen Materialien in der mesolithischen Kultur zugeschrieben wurde.
Die Studie beleuchtete auch die Bestattung einer älteren Frau. Bodenproben, die um ihren Hals gesammelt wurden, enthielten Wasservogelfedern, die wahrscheinlich Teil eines Kopfschmucks oder eines mit Federn besetzten Umhangs waren. Interessanterweise ergaben Proben von ihrer rechten Ferse ein weißes Haar von einem Wiesel oder Hermelin und ein braunes Haar von einem Fleischfresser, was die Forscher zu der Annahme führte, dass sie in mehrfarbigem Schuhwerk beigesetzt wurde, das über die Jahrhunderte zerfallen ist. Diese Entdeckungen unterstreichen die Bedeutung der persönlichen Verzierung und die symbolische Verwendung tierischer Produkte in alten Gesellschaften.
Tuija Kirkinen betonte die Bedeutung der neuen Methodik: „Im Allgemeinen wurden Fell, Pflanzenfasern und andere weiche organische Materialien nur unter spezifischen Bedingungen geborgen, wie an Unterwasserstätten oder in Gletschern. Mit unserer Methode ist es möglich, mikroskopische Fasern auch in Gebieten mit schlechten Erhaltungsbedingungen zu finden.“ Die Co-Autorin der Studie, Kristiina Mannermaa, fügte hinzu: „Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Vögeln und ihren Federn und liefert faszinierende neue Erkenntnisse über die Rollen, die diese Materialien in den Bestattungspraktiken und der kulturellen Identität der Steinzeit spielten.“
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Obwohl sich die Technik als wirksam erwiesen hat, merkte Kirkinen an, dass „die artenspezifische Identifizierung von mikroskopischen Feder- und Haarfragmenten schwierig ist und dieser Aspekt der Analysemethode noch weiterentwickelt werden kann.“ Zukünftige Forschungsarbeiten sollen die Analyse neuerer Bodenproben und die Anwendung der Sediment-DNA-Analyse umfassen, was die Wahrscheinlichkeit, weiche organische Überreste zu entdecken und zu identifizieren, erhöhen und so unser Verständnis unserer alten Vorfahren kontinuierlich bereichern wird.