USA - Ekhbary Nachrichtenagentur
HBO-Serie 'DTF St. Louis': Ein Mordfall, der das menschliche Drama überschattet
Die neue HBO-Miniserie 'DTF St. Louis' präsentiert eine Erzählung, die zwei scheinbar disparate Handlungsstränge miteinander verwebt und ein unbehagliches, aber fesselndes Seherlebnis schafft. Ein Strang folgt der Entdeckung eines Mannes, der tot in der Nähe eines Gemeinschaftspools gefunden wird, umgeben von den Überresten eines Dosen-Cocktails und einer alten Ausgabe des Playgirl-Magazins. Der andere Strang befasst sich mit der komplexen Freundschaft zwischen zwei männlichen Kollegen mittleren Alters, die beide durch die stürmischen Gewässer der Untreue navigieren, wobei einer eine Affäre mit der Frau des anderen eingeht.
Das Opfer des Mordes und die zentrale Figur der Untreue-Handlung ist Floyd Smernitch, ein sanfter Gebärdensprachdolmetscher, ein liebevoller Stiefvater und ein Mann, der mit seinen eigenen Unsicherheiten kämpft, gespielt von David Harbour aus 'Stranger Things'. Sein Tod dient als erzählerischer Katalysator und löst eine Handlung aus, die eine polizeiliche Untersuchung mit relevanten Rückblenden verwebt. Kritiker deuten jedoch darauf hin, dass dieser Fokus übermäßige Betonung auf die am wenigsten überzeugenden Aspekte der Serie legt und sich dafür entscheidet, ein Mordrätsel aus dem zu ziehen, was eine nuancierte Erkundung von Liebe und Freundschaft im mittleren Lebensalter hätte sein können.
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Zu Beginn der Serie werden wir Zeugen einer Heldentat von Floyd. Kurz nachdem er den TV-Wetteransager Clark Forrest (Jason Bateman) – eine gesundheitsbewusste Alpha-Persönlichkeit, die auf einem Liegeergometer durch St. Louis fährt – getroffen hat, rettet Floyd ihm das Leben, indem er ihn während eines Sturms vor einem fliegenden Stoppschild bewahrt. Diese selbstlose Tat ist charakteristisch für Floyd, der regelmäßig persönliche Verletzungen riskiert, um anderen zu helfen. Seine mitfühlende Natur wird während einer Gruppentherapiesitzung mit seinem problematischen Stiefsohn Richard (Arlan Ruf) weiter hervorgehoben. Floyd teilt seine eigenen Schwierigkeiten und sagt Richard: „Es ist in Ordnung, ich habe auch "C"s“ in der Schule bekommen“, und drückt den Wunsch aus, Richard vor den „Erwachsenen-C's“ – einem unbefriedigenden Leben – zu bewahren. Floyds Frustrationen über seine Finanzen, sein Aussehen und die wachsende Kluft in seiner Ehe prägen eindeutig seine Perspektive.
Obwohl die Chronologie der Ereignisse nicht sofort klar ist, freundet sich Clark mit Floyd an und beginnt anschließend eine Affäre mit Floyds Frau Carol (Linda Cardellini, bekannt für ihre Darstellungen komplexer Frauen mittleren Alters). Von Schuldgefühlen getrieben, ermutigt Clark Floyd, 'DTF: St. Louis' herunterzuladen, eine App, die für verheiratete Personen entwickelt wurde, die diskrete Treffen suchen. Als Floyds Leiche gefunden wird, wird die App zu einem entscheidenden Werkzeug für die beiden beauftragten Ermittler: Richard Jenkins als Homer, ein erfahrener Detektiv, der sich auf konventionelle Annahmen verlässt, und Joy Sunday als Jodie, eine jüngere, aufgeschlossenere Ermittlerin, die entschlossen ist, den Beweisen zu folgen, wohin auch immer sie führen.
Die am 1. März uraufgeführte Serie 'DTF' spielt bewusst mit Erwartungen. Ihre offensichtlichen Inkonsistenzen könnten durchaus absichtliche erzählerische Entscheidungen sein. Die Serie schwankt zwischen einem schrulligen, manchmal surrealen Sinn für Humor und Momenten tiefer emotionaler Tiefe. Das Schreiben und die Darbietungen wechseln zwischen stilisierter Steifheit und herzzerreißendem Realismus. Floyds angeborene Freundlichkeit lässt seine Entscheidung, seine Frau zu betrügen, uncharakteristisch erscheinen, während Clarks und Carols wahre Persönlichkeiten von Schichten der Kunstfertigkeit verdeckt zu sein scheinen. Der Schöpfer Steve Conrad (bekannt für 'Patriot') scheint die Perspektiven der Schlüsselcharaktere absichtlich zu verschleiern und lässt den Zuschauer raten. Nach vier Episoden der siebenteiligen Staffel bleibt die endgültige Richtung dieser komplexen emotionalen Landschaft so unvorhersehbar wie zu Beginn.
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Trotz der scharfen Wechselwirkung zwischen Jenkins und Sunday kann das zentrale Mordrätsel keine nennenswerte Neugier wecken. Faszinierender sind die komplizierten Verbindungen innerhalb des Liebesdreiecks – die spürbare Schuld, mit der Clark und Carol Floyds angeborene Güte anzubeten scheinen, die sogenannten „Traumtreffen“, bei denen das ehebrecherische Paar dominante/unterwürfige Rollenspiele betreibt, und die erstaunliche Vielfalt und Flexibilität der menschlichen Sexualität. Der Mord dient im besten Fall als Ablenkung von dem, was 'DTF' wirklich einzigartig macht; im schlimmsten Fall ist er eine erzählerische Krücke für Charaktere, deren Schöpfer es versäumt hat, eine weniger konventionelle Handlung zu entwickeln. Die Rezension schließt mit der provokanten Frage: Was wäre, wenn Dramen nicht immer Kriminaldramen sein müssten? Was wäre, wenn das menschliche Herz mit all seinen widersprüchlichen Emotionen und Wünschen selbst ein ausreichendes Rätsel wäre?