Mexiko - Ekhbary Nachrichtenagentur
Klimawandel bedroht die ikonische Monarchfalter-Migration
Die ikonische Massenmigration der Monarchfalter in Nordamerika, ein atemberaubendes Naturschauspiel, steht aufgrund des fortschreitenden Klimawandels vor einer unsicheren Zukunft. Eine kürzlich in PLOS Climate veröffentlichte Studie legt nahe, dass sich die entscheidenden Überwinterungsgebiete, auf die diese Insekten in Mexiko angewiesen sind, nach Süden verschieben könnten. Dies könnte etablierte Migrationsrouten stören und die Herausforderungen für diese empfindlichen Kreaturen erheblich erhöhen.
Jeden Herbst begeben sich Millionen von Monarchfaltern (Danaus plexippus) auf eine epische Reise, die sich über Tausende von Kilometern durch Nordamerika erstreckt. Sie verlassen ihre Brutgebiete in Kanada und den Vereinigten Staaten und machen sich auf den Weg in die Bergregionen Zentralmexikos, wo sie die Wintermonate verbringen. Wenn die Temperaturen im Frühling und Sommer steigen, beginnen die Schmetterlinge ihre Reise nach Norden, eine Migration, die sich über mehrere Generationen erstreckt. Diese Rückreise wird oft durch das Wachstum des Seidenkrauts (Asclepias) bestimmt, der einzigen Pflanzenart, von der sich die Raupen der Monarchfalter ernähren und auf die die Weibchen ihre Eier legen.
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Klimaprojektionen deuten jedoch auf eine drastische Veränderung der Umweltbedingungen hin, von denen die Monarchfalter für ihr Überleben im Winter in Mexiko abhängig sind. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster könnten geeignete Überwinterungsgebiete weiter nach Süden verschieben. Diese vorhergesagte geografische Verlagerung könnte die ohnehin schon beschwerliche Migrationsdistanz verlängern und den Energieaufwand der Schmetterlinge für die Vollendung ihrer Reise erheblich erhöhen. Ein solcher erhöhter Energieverbrauch könnte für viele Individuen tödlich sein.
Dr. Carolina Ureta, Biologin an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko, erklärt, dass diese größere Entfernung einige Individuen dazu zwingen könnte, in Mexiko zu bleiben, anstatt ihren Flug nach Norden fortzusetzen. Sie sagt: "In diesem Fall ist die Art selbst möglicherweise nicht durch den Klimawandel gefährdet, aber die Migration könnte es sein." Dies deutet darauf hin, dass das einzigartige Phänomen der Massenmigration abnehmen oder sich unwiderruflich verändern könnte.
Diese Forschung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Populationen der Monarchfalter in Nordamerika einen dramatischen Rückgang erlebt haben. Ein komplexes Zusammenspiel von Faktoren, darunter Lebensraumverlust, extreme Wetterereignisse, Pestizideinsatz und Parasiten, hat dazu beigetragen, dass immer weniger Insekten ihre Winterquartiere erreichen. Die Populationen in Zentralmexiko, die einst auf fast 700 Millionen Individuen geschätzt wurden, sollen seit den 1990er Jahren um mehr als 80 Prozent zurückgegangen sein.
Bürgerwissenschaftler haben beobachtet, dass einige Monarchpopulationen offenbar im nordöstlichen oder zentralen Mexiko verbleiben und die lange Migration aufgeben. Víctor Sánchez Cordero, ein Naturschutzbiologe, ebenfalls an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko tätig, merkt an, dass dieses Verhalten verständlich ist, da "nicht alle Monarchpopulationen weltweit wandern". Beispielsweise unternehmen Monarchpopulationen in Chile, Neuseeland und in ganz Europa keine solch langen Fernreisen. Der spezifische Einfluss des Klimawandels auf die transkontinentale Migration der nordamerikanischen Monarchfalter blieb jedoch bis jetzt weitgehend unbekannt.
Um diese Wissenslücke zu schließen, nutzten Dr. Ureta, Dr. Sánchez Cordero und ihre Kollegen hochentwickelte Computersimulationen. Diese Modelle zielten darauf ab, die zukünftige Verteilung geeigneter Seidenkraut-Lebensräume in Mexiko vorherzusagen. Die Ergebnisse zeigten einen potenziell erheblichen Rückgang des geeigneten Lebensraums für Monarchfalter bis 2070. Einige Simulationen, die Klima-, Biologie- und Umweltdaten integrieren, deuten auf eine Reduzierung der idealen Lebensraumfläche von etwa 19.500 Quadratkilometern auf nur noch 8.000 Quadratkilometer hin. Entscheidend ist, dass der Klimawandel diesen wesentlichen Lebensraum auch südlich der derzeitigen Überwinterungsgebiete der Schmetterlinge verschieben könnte, wodurch ihre Migrationsroute fragmentiert und verlängert wird.
Dr. Ureta erläutert weiter, dass die für den Rückflug nach Norden benötigte Energie zu hoch werden könnte, was dazu führt, dass einige Individuen dauerhaft in Mexiko bleiben. Forscher schlagen vor, dass die Flügelgröße ein nützlicher Indikator sein könnte, um festzustellen, ob die Schmetterlinge bleiben oder wandern. Standvölker in anderen Teilen der Welt weisen typischerweise eine geringere Flügelspannweite auf als ihre wandernden Gegenstücke.
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Diese bahnbrechende Studie unterstreicht die wachsenden Herausforderungen, mit denen die Tierwelt aufgrund des Klimawandels konfrontiert ist, und hebt die dringende Notwendigkeit von Naturschutzbemühungen und globalen Maßnahmen zur Minderung seiner Auswirkungen hervor. Das Schicksal dieser bemerkenswerten Migration und möglicherweise das Überleben des Monarchfalters in Nordamerika hängen maßgeblich von unserer Fähigkeit ab, diese Bedrohungen zu verstehen und wirksam darauf zu reagieren.