Ekhbary Nachrichtenagentur
Kostjantyniwka — Russische Truppen sind in die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka in der Ostukraine eingedrungen und versuchen nun, sie zu umzingeln. Die gesamte Stadt befindet sich nach Angaben ukrainischer Soldaten gegenüber der BBC nun effektiv in einer "Grauzone", die von niemandem mehr kontrolliert wird. Dies stellt eine erhebliche Bedrohung für die verbleibenden ukrainischen Hochburgen im Donbas dar, einer Schlüsselregion für die Kriegsziele des Kremls.
Russischer Vormarsch und ukrainische Herausforderungen
Ein ukrainischer Drohnenpilot, der anonym bleiben wollte, erklärte: "Sie gelangen in Gebiete hinter unseren Rücken, und unter städtischen Bedingungen ist es extrem schwierig, sie zu vertreiben." Kostjantyniwka gilt als wichtiges Tor zum restlichen Donbas. Sollte die Stadt fallen, könnten die russischen Streitkräfte auf die letzten ukrainischen Bastionen im Osten, die Städte Kramatorsk und Slowjansk, vorrücken und der vollständigen Eroberung des Donbas näherkommen. Dem widersprach Brigadegeneral Oleksandr Bakulin, Kommandeur des 19. ukrainischen Korps, der die russischen Behauptungen über die Einkesselung ukrainischer Einheiten zurückwies. Er betonte, "die Situation bleibt unter Kontrolle" und "der Feind hat keinen Erfolg", räumte jedoch ein, dass sich etwa 130 russische Soldaten in der Stadt befinden. Es ist eine ernste, aber unübersichtliche Lage.
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Urbaner Kampf und begrenzte Ressourcen
Ein weiterer ukrainischer Offizier, dessen Einheit in Kostjantyniwka operiert und ebenfalls anonym bleiben wollte, teilte der BBC mit, dass die Lage vor Ort weitaus ernster erscheinen mag, als ukrainische Beamte öffentlich zugeben wollen. "Wir haben immer noch Aufräum- und Sturmgruppen in der Stadt, aber die Russen schaffen es, immer mehr Soldaten dort anzuhäufen", sagte er. Russische Kräfte nutzen jedes Gebäude und die sommerliche Baumdeckung als Versteck, um in die "Todeszone" vorzudringen, wo ukrainische Drohnen jede Bewegung erkennen und sofort angreifen können. Russische Drohnenpiloten konzentrieren sich ihrerseits darauf, ukrainische Drohnenstartplätze zu zerstören, um ihren Infanterietruppen eine Atempause zu verschaffen. Diese Taktik, ähnlich der in Pokrowsk angewandten, zielt darauf ab, die Stadt zu umzingeln und Nachschubwege abzuschneiden, was eine methodische und zermürbende Kriegsführung offenbart.