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Thursday, 29 January 2026
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Ubisoft Streik: Gewerkschaften rufen zu massivem Protest auf

Ubisoft Streik: Gewerkschaften rufen zu massivem Protest auf
Ekhbary Editor
10 hours ago
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Deutschland - Agenturmeldung

Ubisoft Streik: Fünf französische Gewerkschaften haben zu einem "massiven internationalen Streik" bei Ubisoft aufgerufen. Die Forderung ist eine direkte Reaktion auf die jüngst bekannt gegebenen Umstrukturierungen des Videospielriesen, die Schließung mehrerer Studios, umfangreiche Entlassungen und eine strikte Rückkehr ins Büro.

Die Protestaktion, die vom 10. bis 13. Februar angesetzt ist, fällt strategisch mit der Veröffentlichung von Ubisofts Quartalsfinanzbericht am 12. Februar zusammen. Dies unterstreicht die Entschlossenheit der Arbeitnehmervertreter, ihre Botschaft unübersehbar zu platzieren.

Ubisoft hatte in der vergangenen Woche weitreichende Änderungen seiner Studiopraxis angekündigt. Diese umfassen die Einstellung von sechs in Entwicklung befindlichen Spielen, darunter das mehrfach verschobene "Prince of Persia: The Sands of Time"-Remake, sowie die Schließung "mehrerer Studios" mit den damit verbundenen Entlassungen. Unmittelbar darauf folgte die Anordnung, dass alle Mitarbeiter wieder in Vollzeit im Büro arbeiten müssen.

Das Unternehmen leitete zudem ein "Rupture Conventionnelle Collective"-Verfahren ein, um die Belegschaft am Pariser Hauptsitz um 200 Personen zu reduzieren. Diese Maßnahmen lösten eine Welle der Empörung aus, die nun in einem umfassenden Arbeitskampf mündet.

Angeführt wird der Protest von der Gewerkschaft Solidaires Informatique, zusammen mit CFE-CGC, CGT, Printemps écologique und Le Syndicat des Travailleureuses du Jeu Vidéo. Sie sehen die jüngsten Entscheidungen als "absurd" an und betonen, dass der Halb-Tages-Streik in Ubisoft Paris nach der Ankündigung der Umstrukturierung nur eine "erste Reaktion" war.

Der Ubisoft Streik: Hintergründe und Forderungen

In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten die Gewerkschaften die Unternehmensführung scharf: "Uns wird Autonomie für Kreativhäuser versprochen, aber was ist mit der Autonomie für Angestellte? Fünf Tage obligatorische Büroarbeit: Wir werden wie Kinder behandelt, die beaufsichtigt werden müssen, während unser Management mit Lügen und Gesetzesverstößen davonkommt."

Sie fügten hinzu, dass Verhandlungen über Remote-Arbeit seit über einem Jahr liefen und in einigen Studios bereits Vereinbarungen bestanden. "Diese wurden mit Füßen getreten! Unsere Kollegen in Einheiten ohne Vereinbarung? Der Willkür ausgeliefert. Uns wird von Verantwortung erzählt, aber diejenigen, die diese Welt so leichtfertig beherrschen, übernehmen keine Verantwortung für die Folgen ihres katastrophalen Managements, dessen jüngstes Ergebnis die Streichung von 200 Arbeitsplätzen am Ubisoft-Hauptsitz ist."

Die Gewerkschaften fordern nun alle Mitarbeiter auf, sich dem dreitägigen Streik anzuschließen. "Es ist an der Zeit, dass unser Management versteht, dass es nicht tun kann, was es will, sei es mit öffentlichen Geldern oder der Arbeit von Hunderten von Menschen!", heißt es in ihrer Mitteilung.

Die Auswirkungen des Aufrufs auf internationale Ubisoft-Studios bleiben abzuwarten. Während französische Studios traditionell über starke Arbeitnehmerrechte und Gewerkschaftsstrukturen verfügen, ist dies in vielen anderen Ländern nicht der Fall.

  • In Frankreich sind fünf große Gewerkschaften an der Streikbewegung beteiligt.
  • Ubisoft hat sechs Spiele eingestellt, darunter das "Prince of Persia"-Remake.
  • 200 Arbeitsplätze am Pariser Hauptsitz sollen abgebaut werden.
  • Die Unternehmensführung hat eine Fünftagewoche im Büro angeordnet.
  • Der Streik soll vom 10. bis 13. Februar stattfinden und fällt mit dem Finanzbericht zusammen.

Ein Beispiel hierfür sind Ubisofts zahlreiche Studios in Kanada, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Das Studio Ubisoft Halifax wäre das erste gewerkschaftlich organisierte Studio des Unternehmens in Nordamerika gewesen, wurde jedoch Anfang Januar im Zuge der Umstrukturierung geschlossen. Dies macht eine Streikteilnahme für nicht-organisierte Mitarbeiter deutlich riskanter. Obwohl Ubisoft seine großen Studios in Montreal oder Toronto nicht einfach schließen kann, könnte das Unternehmen bei Bedarf "Fett abbauen", das es sonst vielleicht nicht angetastet hätte.

Die Situation bei Ubisoft verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen Unternehmensführung und Belegschaft in der globalen Gaming-Branche, insbesondere angesichts von Wirtschaftsdruck und dem Wunsch nach flexiblen Arbeitsmodellen. Der Ausgang des Streiks könnte weitreichende Folgen für die Arbeitsbeziehungen im gesamten Sektor haben.

Quelle: Agenturmeldung.de