Ekhbary
Thursday, 29 January 2026
Breaking

NASA: Stärkster Vulkanausbruch auf Jupitermond Io entdeckt

NASA: Stärkster Vulkanausbruch auf Jupitermond Io entdeckt
Ekhbary Editor
12 hours ago
44

BERLIN - DPA

Die NASA-Sonde Juno hat den stärksten Vulkanausbruch auf Io, Jupiters vulkanischstem Mond, seit Beginn der Aufzeichnungen entdeckt. Dieses extreme Ereignis übertrifft alle bisher auf Io registrierten Eruptionen und beweist einmal mehr die ungebändigte geologische Aktivität dieses Himmelskörpers.

Der von der Juno-Mission im südlichen Hemisphäre von Io registrierte vulkanische Hotspot ist der energiereichste Ausbruch, der jemals auf Io oder anderswo im Sonnensystem außerhalb der Erde nachgewiesen wurde. Er erstreckt sich über eine Fläche von 100.000 Quadratkilometern und setzt sechsmal so viel Energie frei wie alle Kraftwerke der Welt zusammen.

„Dies ist das stärkste vulkanische Ereignis, das jemals auf der vulkanischsten Welt in unserem Sonnensystem aufgezeichnet wurde – das will wirklich etwas heißen“, erklärte Scott Bolton, Forscher am Southwest Research Institute in San Antonio und Hauptforscher der Juno-Mission.

Die Details dieser bemerkenswerten Entdeckung wurden kürzlich im „Journal of Geophysical Research: Planets“ veröffentlicht. Die Juno-Mission umkreist Jupiter seit fast einem Jahrzehnt, und ihre erweiterte Mission, die 2021 begann, ermöglichte es den Wissenschaftlern, Jupiters Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto genauer zu untersuchen.

Juno überfliegt dieselbe Region von Io alle zwei Orbits. Während ihres letzten Vorbeiflugs am 27. Dezember 2024 näherte sich die Sonde dem Mond bis auf etwa 74.400 Kilometer und konzentrierte ihr Infrarotinstrument auf die südliche Hemisphäre.

Der beispiellose Vulkanausbruch auf Io: Eine Analyse der Juno-Daten

Mithilfe des vom italienischen Weltraumagentur bereitgestellten Jovian Infrared Auroral Mapper (JIRAM)-Instruments von Juno detektierten die Wissenschaftler ein Ereignis extremer Infrarotstrahlung. Der Gesamtwert der Strahlungsleistung des neuen Hotspots lag deutlich über 80 Billionen Watt.

Alessandro Mura, Forscher am italienischen Nationalen Institut für Astrophysik (INAF) und Hauptautor der Studie, betonte die Einzigartigkeit des Ereignisses: „Was das Ereignis noch außergewöhnlicher macht, ist, dass es nicht nur einen einzigen Vulkan, sondern mehrere aktive Quellen betraf, die gleichzeitig aufleuchteten und ihre Helligkeit im Vergleich zu normalen Werten um mehr als das Tausendfache erhöhten.“

Diese „perfekte Synchronität“ deutet laut Mura darauf hin, dass es sich um ein einziges, gewaltiges Eruptionsereignis handelte, das sich unter der Oberfläche über Hunderte von Kilometern ausbreitete. Die Daten legen nahe, dass dies nicht nur die intensivste Vulkanausbruch auf Io ist, sondern auch ein massives, miteinander verbundenes Kammersystem von Magmareservoirs unter der Mondoberfläche existiert.

Dieses verzweigte System könnte gleichzeitig aktiviert werden, um eine einzige, planetenweite Energiefreisetzung zu erzeugen. „Wir haben Beweise dafür, dass das, was wir detektiert haben, tatsächlich einige eng beieinander liegende Hotspots sind, die gleichzeitig emittierten“, fügte Mura hinzu.

Auch JunoCam, die Sichtlichtkamera der Sonde, fing das Ereignis ein. Das Team verglich Bilder von JunoCam von den letzten beiden Vorbeiflügen an Io im April und Oktober 2024 mit den neuesten Aufnahmen vom Dezember 2024. Dabei wurden signifikante Veränderungen der Oberflächenfärbung in der Umgebung des Hotspots festgestellt.

Gezeitenkräfte als Motor des Io-Vulkanismus

Die vulkanische Aktivität von Io ist das Ergebnis eines Gravitations-Tauziehens zwischen Jupiters Anziehungskraft und den präzise getakteten Anziehungen der benachbarten Monde Ganymed und Europa. Der gequälte Mond ist extremen Gezeitenkräften ausgesetzt, die seine Oberfläche um bis zu 100 Meter auf- und abschwellen lassen, so die NASA.

Diese Gezeitenkräfte erzeugen eine enorme Wärmemenge im Inneren von Io, wodurch seine flüssige Untergrundkruste versucht, dem Druck durch Austritt an die Oberfläche zu entweichen. Die Oberfläche von Io wird ständig erneuert, da geschmolzene Lava die Einschlagkrater des Mondes auffüllt und die Oberfläche mit frischem flüssigem Gestein glättet.

Der kürzlich entdeckte Ausbruch wird voraussichtlich langanhaltende Auswirkungen auf Io haben. Das Juno-Team wird den bevorstehenden Vorbeiflug am 3. März nutzen, um den Hotspot erneut zu untersuchen und Veränderungen in der umliegenden Landschaft zu dokumentieren.

„Es ist immer großartig, Ereignisse zu erleben, die die Geschichtsbücher neu schreiben, aber dieser neue Hotspot kann potenziell viel mehr bewirken“, sagte Bolton. „Die faszinierende Eigenschaft könnte unser Verständnis des Vulkanismus nicht nur auf Io, sondern auch auf anderen Welten verbessern.“

Quelle: Deutsche Presse-Agentur (DPA)