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Sunday, 22 February 2026
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NASA erlaubt kommerzielle Smartphones für Astronautenmissionen – ein Zeichen für einen Politikwechsel

Agenturadministrator und Jared Isaacman bestätigen die Integ

NASA erlaubt kommerzielle Smartphones für Astronautenmissionen – ein Zeichen für einen Politikwechsel
7DAYES
9 hours ago
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USA - Ekhbary Nachrichtenagentur

NASA erlaubt kommerzielle Smartphones für Astronautenmissionen – ein Zeichen für einen Politikwechsel

In einer deutlichen Abkehr von ihren traditionell strengen Hardware-Qualifizierungsprozessen hat die NASA angekündigt, dass moderne kommerzielle Smartphones Astronauten auf den bevorstehenden Missionen Crew-12 und Artemis II begleiten werden. Diese wegweisende Entscheidung, die vom NASA-Administrator bestätigt und von dem Unternehmer-Astronauten Jared Isaacman enthusiastisch befürwortet wurde, signalisiert einen strategischen Wandel hin zur Integration modernster Verbrauchertechnologie in die Weltraumforschung. Der Schritt zielt darauf ab, die Besatzungen mit fortschrittlichen Werkzeugen für Dokumentation, Kommunikation und operationelle Unterstützung auszustatten und gleichzeitig langjährige bürokratische Hürden zu überwinden.

Isaacman, bekannt für seine wegweisenden privaten Weltraummissionen, erläuterte die Vision hinter dieser Initiative in einem kürzlich auf X (ehemals Twitter) veröffentlichten Beitrag. „Wir geben unseren Besatzungen die Werkzeuge, um besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Welt zu teilen“, erklärte er. Er betonte ferner den beschleunigten Charakter dieses Politikwechsels und fügte hinzu: „Wir haben langjährige Prozesse in Frage gestellt und moderne Hardware für den Raumflug in einem beschleunigten Zeitrahmen qualifiziert.“ Während spezifische Details darüber, wie diese Prozesse in Frage gestellt wurden, noch nicht bekannt sind, deutet dies auf eine bewusste Anstrengung hin, Bürokratie abzubauen und agilere Beschaffungs- und Testmethoden einzuführen.

Die Integration von handelsüblichen (COTS) Geräten in die Raumfahrt ist nicht völlig beispiellos. Astronauten haben routinemäßig Tablets für prozedurale Anleitungen und verschiedene operative Aufgaben an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) verwendet. Darüber hinaus sind Smartphones selbst bereits im Orbit aufgetaucht; bereits 2015 setzte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) das mobiPV-System ein, das am Handgelenk getragene Smartphones umfasste, um Astronauten unterwegs Zugang zu wichtigen Checklisten und Daten zu ermöglichen. Diese formelle Genehmigung durch die NASA für kritische bemannte Missionen wie Artemis II, die darauf abzielt, Menschen in die Nähe des Mondes zurückzubringen, markiert jedoch ein neues Maß an Akzeptanz und Vertrauen in Verbrauchertechnologie.

Traditionell durchläuft jedes für den Weltraum bestimmte Gerät einen umfassenden und oft jahrelangen Qualifizierungsprozess. Bedenken wie Ausgasung – die Freisetzung von Gasen aus Materialien im Vakuum, die empfindliche Geräte kontaminieren können – und elektromagnetische Interferenzen (EMI) sind von größter Bedeutung. Eine Quelle der Raumfahrtagentur verwies auf den MIL-STD-461-Standard für elektromagnetische Verträglichkeit und hob diese Herausforderungen hervor, indem sie feststellte: „Normalerweise werden alle HF-Fähigkeiten deaktiviert, so dass sie nur noch ein Taschencomputer sind.“ Dies bedeutet typischerweise, drahtlose Kommunikationsfunktionen wie Wi-Fi, Bluetooth und Mobilfunkradios zu deaktivieren, um Interferenzen mit kritischen Raumfahrzeugsystemen zu verhindern.

Die von Isaacman erwähnten „neuesten Smartphones“, bei denen es sich Berichten zufolge um iPhones handelt, stellen einzigartige Herausforderungen dar. Obwohl die NASA noch keine spezifischen Details zu den Modifikationen oder Betriebsparametern dieser Geräte bereitgestellt hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihre Kommunikationsfähigkeiten während des Fluges stark eingeschränkt oder vollständig deaktiviert werden. Die Hauptsorge liegt in potenziellen Interferenzen durch GSM-Funkgeräte. Wie eine Quelle jedoch andeutete, „werden sie [die Besatzung] nicht damit telefonieren“, was bedeutet, dass ihre Nützlichkeit auf Offline-Funktionen wie Fotografie, Videoaufzeichnung und Datenverarbeitung beschränkt sein wird. Dieser Ansatz stimmt mit anderen COTS-Integrationen überein, wie beispielsweise den Raspberry Pi-Computern, die im AstroPi-Projekt verwendet werden und ohne drahtlose Konnektivität arbeiten.

Isaacmans übergeordnetes Ziel scheint eine systemische Überarbeitung der oft schwerfälligen und langwierigen Prozesse der NASA zu sein. Indem er demonstriert, dass moderne, kommerziell erhältliche Technologie schnell qualifiziert und effektiv eingesetzt werden kann, will er signifikante Bereiche für Verbesserungen und Effizienzgewinne identifizieren. Der unmittelbare Vorteil der Verwendung einer zeitgemäßen Smartphone-Kamera gegenüber älteren, klobigeren und weniger leistungsfähigen Kameras in Weltraumqualität ist offensichtlich. Zum Beispiel wird die für die Artemis III-Mission vorgesehene Nikon Z9-Kamera, obwohl professionell, zum Zeitpunkt ihres Starts fast ein Jahrzehnt alt sein und den schnellen Fortschritten in der Smartphone-Bildgebungstechnologie erheblich hinterherhinken.

Dieser Politikwechsel könnte den Weg für einen agileren und kostengünstigeren Ansatz zur Ausstattung zukünftiger Weltraummissionen ebnen. Durch die Nutzung der schnellen Innovationszyklen der Unterhaltungselektronikindustrie kann die NASA potenziell Entwicklungskosten senken, die Vorlaufzeiten für die Hardwarebeschaffung verkürzen und Astronauten mit modernsten Werkzeugen versorgen. Über die operativen Vorteile hinaus versprechen die von diesen Geräten aufgenommenen hochwertigen Bilder und Videos, das öffentliche Engagement für die Weltraumforschung zu verbessern und der Welt zu ermöglichen, intimer an der inspirierenden Reise der Menschheit jenseits der Erde teilzuhaben. Dieser Schritt markiert eine faszinierende Konvergenz kommerzieller Innovation und staatlicher Weltraumanstrengungen und schafft einen Präzedenzfall für zukünftige Missionen.

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