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Tuesday, 17 February 2026
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Orbán verspricht vor Wahlen in Ungarn härteres Vorgehen gegen die Zivilgesellschaft

Ungarns Premierminister nimmt "Pseudo-Zivilorganisationen",

Orbán verspricht vor Wahlen in Ungarn härteres Vorgehen gegen die Zivilgesellschaft
7DAYES
4 hours ago
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Ungarn - Ekhbary Nachrichtenagentur

Orbán verspricht vor Wahlen in Ungarn härteres Vorgehen gegen die Zivilgesellschaft

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán hat seine Absicht angekündigt, seine Offensive gegen sogenannte "Pseudo-Zivilorganisationen, Journalisten, Richter und gekaufte Politiker" zu verstärken. Diese Erklärung, die kürzlich in einer öffentlichen Rede abgegeben wurde, signalisiert eine Verhärtung seiner Haltung im Vorfeld der für April angesetzten Parlamentswahlen. Diese rhetorische Kampagne ist Teil einer Strategie, die darauf abzielt, seine Macht zu festigen und kritische Stimmen zu neutralisieren, bevor eine für seine Fidesz-Partei voraussichtlich schwierige Wahl ansteht.

Orbán, der seit 2010 an der Macht ist, sieht sich der größten Wahlbedrohung seiner politischen Karriere gegenüber. Aktuelle Meinungsumfragen deuten auf einen Aufschwung der neu gegründeten Oppositionspartei Tisza unter der Führung von Peter Magyar hin, die derzeit in den Wählerintentionen vor Fidesz liegt. Angesichts dieser sich verändernden Wahl-Dynamik hat Orbán eine aggressivere Haltung eingenommen und die Europäische Union direkt beschuldigt, sich in die inneren Angelegenheiten Ungarns einzumischen und seine politischen Gegner zu unterstützen. Er behauptete ausdrücklich, die EU unterstütze die Tisza-Partei, und erklärte: "Die repressive Maschinerie Brüssels funktioniert weiterhin in Ungarn; wir werden sie nach April wegfegen."

In seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation stellte Orbán die bevorstehende Wahl als einen Kampf gegen ein "globales Netzwerk von Liberalen" dar, zu dem auch Geschäftsleute, Medienkonglomerate und Politiker gehören. Er äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich des Sieges seiner Partei und erwähnte die potenzielle Unterstützung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, den er als jemanden beschrieb, der "sich gegen das globale Netzwerk der Liberalen – Unternehmer, Medien und Politiker – aufgelehnt und damit unsere Chancen verbessert" habe. Diese Rhetorik steht im Einklang mit Orbáns konsequenter Erzählung, in der er sich als Verteidiger der ungarischen Souveränität gegen externe liberale Einflüsse positioniert.

Die Angriffe des Premierministers auf die Zivilgesellschaft, die Presse und das Justizsystem verstärken die internationalen Bedenken hinsichtlich des Zustands der demokratischen Institutionen und der Rechtsstaatlichkeit in Ungarn. Orbáns Regierung wurde wiederholt von EU-Institutionen und Menschenrechtsaktivisten kritisiert, wegen des angeblichen Abbaus der richterlichen Unabhängigkeit, der Einschränkung der Pressefreiheit und der Verringerung des Raums für zivilgesellschaftliche Organisationen. Die bevorstehenden Wahlen werden weithin als Referendum über Ungarns politische Ausrichtung und seine Übereinstimmung mit den demokratischen Normen betrachtet, die von der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten vertreten werden.

Orbáns explizite Drohungen gegen unabhängige Organisationen und kritische Stimmen deuten auf einen wachsenden autoritären Trend hin, der darauf abzielt, die Macht zu zentralisieren und jede Form von Opposition oder Kontrolle zu marginalisieren. Es wächst die Befürchtung, dass eine erneute Wahl Orbáns zu einer weiteren Erosion des zivilen und demokratischen Raums in Ungarn führen könnte, was die Isolation des Landes innerhalb der Europäischen Union potenziell verschärfen würde. Dieser Ansatz könnte auf den Wunsch nach direkterer staatlicher Kontrolle über traditionell als unabhängig geltende Sektoren hindeuten.

Das Aufkommen von Peter Magyar und seiner Tisza-Partei stellt eine neue Herausforderung für Orbáns langjährige Dominanz dar. Magyar hat erfolgreich öffentliche Unterstützung mobilisiert, indem er die mutmaßliche Korruption in Orbáns Regierung scharf kritisierte, bessere Beziehungen zur EU befürwortete und Justizreformen forderte. Seine Partei zieht Wähler an, die von Orbáns polarisierender Politik desillusioniert sind und sich einen grundlegenden Wandel in der Regierungsführung wünschen. Die politische Landschaft Ungarns wird somit zunehmend polarisiert, wobei die Wahlen einen entscheidenden Wendepunkt darstellen.

Obwohl der Ausgang der Wahlen im April ungewiss bleibt, wird erwartet, dass der Wahlkampf äußerst intensiv wird. Orbáns unnachgiebige Rhetorik und seine Versprechen einer härteren Unterdrückung der inneren Opposition unterstreichen den erheblichen Druck, den er empfindet, sowie seine Entschlossenheit, die volle Kontrolle vor dem Wahlurteil wiederherzustellen. Diese Wahlen werden zweifellos die zukünftige politische Richtung Ungarns für viele Jahre bestimmen.

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