Europa - Ekhbary Nachrichtenagentur
Tadej Pogačar strebt historischen vierten Strade Bianche-Titel an; Fabian Cancellara äußert keine Einwände
Die Augen der Radsportwelt richten sich an diesem Samstag auf Italien, wenn die slowenische Sensation Tadej Pogačar seine Saison 2026 bei der Strade Bianche eröffnet, dem ikonischen italienischen Klassiker, der für seine malerischen weißen Schotterstraßen bekannt ist. Die Erwartungen sind außergewöhnlich hoch, viele erwarten, dass Pogačar, Kapitän des UAE Team Emirates-XRG, sein Jahr genau so beginnen wird, wie er seine italienische Kampagne bei Il Lombardia im vergangenen Oktober beendete: mit einem Sieg. Sollte ihm das gelingen, wird Pogačar nicht nur einen begehrten Titel erringen, sondern auch den gemeinsamen Rekord für Siege in diesem prestigeträchtigen Rennen übertreffen, einen Rekord, den er derzeit mit der Schweizer Radsportlegende Fabian Cancellara teilt.
Fabian Cancellara, selbst dreifacher Strade Bianche-Champion (Siege in den Jahren 2008, 2012 und 2016), hat unmissverständlich erklärt, dass er keine schlaflosen Nächte haben würde, sollte Pogačar seinen Rekord mit einem möglichen vierten Triumph übertreffen. Pogačar hält derzeit drei Titel (2022, 2024 und 2025), was die Bühne für einen spannenden Kampf um die historische Führung bereitet. Im Gespräch mit Sporza bemerkte Cancellara: „Wenn er gewinnt, habe ich damit kein Problem. Auf dem Papier ist es ziemlich klar, aber es gibt noch Rennen zu fahren. Es ist eine Ehre, diesen Titel mit ihm zu teilen.“ Diese Worte unterstreichen ein tiefes Gefühl von Sportsgeist und gegenseitigem Respekt zwischen zwei Generationen von Radsport-Titanen.
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Während er Pogačars mögliche Leistung anerkannte, sprach Cancellara auch humorvoll seinem eigenen Team Tudor, das er besitzt und gegründet hat, seine Unterstützung aus. Mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Aber wenn jemand von Tudor gewinnt, bin ich noch glücklicher.“ Dieser Kommentar verleiht der Wettbewerbslandschaft eine persönliche Note und unterstreicht Cancellara's anhaltende Leidenschaft für den Sport und seine sich entwickelnde Rolle als Teamchef.
Das Rennen wird jedoch für den 27-jährigen Pogačar alles andere als eine Krönung sein. Obwohl am Donnerstag auf dem Sektor Colle Pinzuto eine Gedenksäule zu seinen Ehren enthüllt wurde, die seine bedeutenden Beiträge zum Rennen würdigt, werden die anspruchsvollen Schotterstraßen und steilen Anstiege der Toskana auf dem Weg zum Ziel in Siena eine formidable Opposition darstellen. Die Abwesenheit von Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech), der bereits am vergangenen Wochenende einen Sieg bei Omloop Het Nieuwsblad errang, wird zweifellos ein Gesprächsthema sein. Van der Poel ist wohl einer der wenigen Fahrer, die Pogačar in den Klassikern konstant herausgefordert haben, und seine Nichtteilnahme könnte die Renndynamik erheblich verändern.
Cancellara, 44, bot seine Perspektive auf die Entwicklung der Strade Bianche an und bemerkte: „Strade ist schwieriger geworden, aber ich bin überzeugt, dass Van der Poel hier eine Chance hat. Dieses Rennen hat einfach nicht in seinen Zeitplan gepasst. Niemand sollte das beurteilen.“ Diese Beobachtungen weisen auf die wachsenden Anforderungen des Rennens hin, würdigen aber dennoch Van der Poels Fähigkeiten, unabhängig von seiner aktuellen Abwesenheit.
Als mehrfacher Sieger prestigeträchtiger Rennen wie der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix lobte Cancellara Pogačars tiefgreifenden Einfluss auf den Sport und schrieb ihm zu, den Radsport auf neue Höhen gehoben zu haben. „Er hat den Radsport wachsen lassen und ihn auf ein anderes Niveau gebracht, besonders im globalen Kontext“, erklärte Cancellara. „Es ist klar, dass er derzeit der beste Fahrer ist. Aber ich vergleiche ihn nicht mit anderen Fahrern wie Eddy Merckx. Das ist eine andere Ära.“ Diese aufschlussreiche Analyse von Cancellara hebt Pogačars einzigartigen Einfluss hervor, ohne in die Falle historischer Vergleiche zu tappen, denen oft der nötige Kontext fehlt.
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Cancellara äußerte sich auch neugierig zu Pogačars leichterem Rennkalender in diesem Jahr. Er schloss: „Pogačar fährt dieses Jahr auch viel weniger Rennen. Ich bin gespannt auf diesen Ansatz. Solange er motiviert ist und Freude am Radfahren hat, ist das jedoch in Ordnung.“ Dies spiegelt ein tiefes Verständnis für die Motivation von Sportlern und das Gleichgewicht zwischen Leistung und persönlichem Wohlbefinden wider. Mit all diesen fesselnden Erzählungen verspricht die diesjährige Strade Bianche ein unvergessliches Ereignis zu werden, ob Pogačar den Rekord sichert oder nicht, Spektakel und Drama sind garantiert.