Ekhbary Nachrichtenagentur | 12. Mai 2026
Die Rolle von Lesley Groff, langjährige persönliche Assistentin des skandalumwitterten Jeffrey Epstein, rückt angesichts der Veröffentlichung tausender Dokumente zunehmend in den Fokus. Groff, deren Name in den Akten am häufigsten vorkommt, behauptete stets, von Epsteins Verbrechen nichts gewusst zu haben. Doch die Frage nach ihrem Wissen und ihrer möglichen moralischen Komplizenschaft bleibt unbeantwortet.
Die Suche nach Wissen und Verantwortung
Juristisch gesehen erfordert Mittäterschaft Wissen um die Beteiligung an einem Verbrechen. Moralisch ist die Schwelle niedriger: Selbst das Wissen um ein Verbrechen und das Nichthandeln können als Komplizenschaft gelten. Der Text reflektiert über die menschliche Tendenz, wegzusehen oder Wissen zu verdrängen, um mit sich selbst im Reinen zu sein.
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Epsteins Arbeitsumfeld und Groffs Aufstieg
Groff, die nie Assistentin werden wollte, fand 2001 über eine Stellenbörse zu Epstein, einem bekannten Finanzier. Nach ihrem Studium in Dallas und verschiedenen Jobs fand sie sich in Epsteins geschäftigem Umfeld wieder. Sie arbeitete zunächst in seinen Büros in der Madison Avenue und später in seinem luxuriösen Stadthaus in der East 71st Street. Ihre Hauptaufgabe war die Verwaltung seines Kalenders, inklusive der Organisation täglicher Massagen, was Epstein minutiös überwachte.
Ein Leben im Schatten
Für 18 Jahre, von 2001 bis zu Epsteins Verhaftung 2019, war Groff seine rechte Hand. Im Gegensatz zu vielen anderen Personen, die in den Akten genannt werden, wurde gegen sie nie Anklage erhoben. Seit Epsteins Tod im August 2019 hat sich Groff weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und kommuniziert nur noch über ihre Anwälte. Im Vergleich zu den prominenten Namen in den Akten gilt sie als unauffällig und ohne öffentlichen Ruf.