[Country/Region] - Ekhbary Nachrichtenagentur
Rubio reicht in München die Hand: 'Wir sind verbunden, wir wollen ein starkes Europa'
ROM, 14. Februar 2026, 20:32 Uhr MEZ – Im krassen Gegensatz zu früheren diplomatischen Spannungen erlebte die Münchner Sicherheitskonferenz gestern einen transatlantischen Waffenstillstand, da Marco Rubio, der Chef der amerikanischen Diplomatie, die Rolle des 'guten Polizisten' wählte. In seiner mit Spannung erwarteten – und teilweise gefürchteten – Rede änderte Rubio den Ton im Vergleich zu JD Vances schockierendem Angriff im letzten Jahr erheblich. Er reichte dem Alten Kontinent ausdrücklich die Hand und erklärte, Washington 'will, dass Europa stark ist', weil 'unser Schicksal mit eurem verknüpft ist'. Diese Bemerkungen sollten die in Bayern versammelten europäischen Staats- und Regierungschefs beruhigen und betonen, dass die USA 'nicht versuchen zu spalten, sondern die alte transatlantische Freundschaft wiederzubeleben'.
Rubios Worte stießen bei den europäischen Staats- und Regierungschefs auf erhebliche Erleichterung, wenngleich mit Vorsicht. Diese, insbesondere EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, bekräftigten in München die Notwendigkeit, einen Weg zu 'einem unabhängigeren Europa' in seiner Sicherheit zu beschreiten. Obwohl der Ton im Vergleich zum Vorjahr geändert hatte, blieb die Essenz der amerikanischen 'Musik' weitgehend konsistent. Rubio beschrieb 'die Illusion vom Ende der Geschichte' nach dem Zweiten Weltkrieg als die 'Erbsünde', die zu den von Donald Trump favorisierten 'Abweichungen' führte: 'die dogmatische Vision des Freihandels', 'die Klimasekte mit Energiepolitik, die uns verarmt hat', und 'die Suche nach einer Welt ohne Grenzen, die die Türen für Massenmigration geöffnet hat'. Diesmal zeigte Rubio jedoch nicht direkt mit dem Finger auf europäische Kanzleien; stattdessen sprach er von 'Fehlern, die wir gemeinsam gemacht haben', und betonte, dass 'wir unserem Volk gegenüber die Pflicht haben, der Realität ins Auge zu blicken'.
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Rubio stellte klar, dass 'unter Donald Trump die Vereinigten Staaten die Aufgabe übernehmen wollen, unsere Zivilisation zu erneuern und wiederaufzubauen', und präzisierte, dass, obwohl 'wir bereit sind, dies allein zu erreichen, es unsere Präferenz ist, dies mit Ihnen zu tun'. Das Rezept bleibt das bekannte des Tycoons: Verteidigung der Nationen, Grenzkontrolle, ein Ende der Deindustrialisierung und eine Reform der Vereinten Nationen, die laut dem US-Diplomaten bei der Lösung von Konflikten 'keine Rolle gespielt' haben. Diese Vision, obwohl mit größerer diplomatischer Finesse präsentiert, spiegelt eine Kontinuität in der Agenda wider, die Trump verfolgen könnte, wenn er an die Macht zurückkehrt.
In einem klaren Versuch, europäische Gefühle anzusprechen, erklärte Rubio: 'In einer Zeit, in der Schlagzeilen das Ende der transatlantischen Ära verkünden, soll allen klar sein, dass dies weder unser Ziel noch unser Wunsch ist. Wir werden immer Kinder Europas sein.' Er gestaltete eine geschickte Rede, die darauf abzielte, einen gewissen europäischen Stolz zu wecken, indem er 'den italienischen Entdecker' Christoph Kolumbus, 'die ersten von den Engländern gegründeten Kolonien' und die deutschen Bauern, 'die den Mittleren Westen verwandelten', feierte. Er erinnerte auch an die Momente, in denen 'wir Seite an Seite auf Schlachtfeldern von Kapyong bis Kandahar starben'.
Rubio schloss seine Rede mit den Worten: 'Heute bin ich hier, um klarzustellen, dass Amerika den Weg für ein neues Jahrhundert des Wohlstands ebnet. Und noch einmal wollen wir das mit Ihnen tun, unseren lieben Verbündeten und unseren ältesten Freunden.' Die Rede wurde mit Applaus und stehenden Ovationen bedacht. 'Ich weiß nicht, ob er den Seufzer der Erleichterung gehört hat', bemerkte MSC-Präsident Wolfgang Ischinger gegenüber Rubio. Die Gefahr eines 'Vance-2'-Szenarios wich zurück, und die von Friedrich Merz am Freitag betonte 'Spaltung' schien weniger tief. Der italienische Außenminister Antonio Tajani bestätigte, dass 'es eine positive Rede war', die zeige, dass 'die transatlantischen Beziehungen solide sind'.
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Trotz des vorsichtigen Optimismus war die Einschätzung in den bayerischen Korridoren jedoch, dass der US-Diplomat zwar sicherlich höflicher als Vance gewesen sei, aber keine grundlegende Änderung in der politischen Linie der Trump-Administration aufgezeigt habe. Der deutsche Diplomatiechef Johann Wadephul bemerkte: 'Es war ein guter Anfang' für die Zukunft, aber 'wir brauchen keine weiteren Ratschläge'. Während Wolodymyr Selenskyj die 'transatlantische Einheit' gegen Russland beschwor, bleibt Europa nichts anderes übrig, als vorsichtig zu bleiben und sein Engagement zur Stärkung der europäischen Säule der NATO zu bestätigen, zum Nutzen seiner eigenen Sicherheit. Dieses Konzept wurde während des zweiten Tages der Münchner Konferenz immer wieder bekräftigt, beginnend mit Ursula von der Leyen, die auf die Notwendigkeit bestand, dass Europa 'unabhängiger werden' müsse, von der Verteidigung bis zur Energie. Auch Keir Starmer wählte die Münchner Bühne, um den Geist des Brexit hinter sich zu lassen – 'wir sind nicht mehr das Großbritannien jener Jahre' – und 'eine europäischere NATO' zu fördern. Anschließend kündigte er die Entsendung von Flugzeugträgern in den Nordatlantik an, um eine doppelte Botschaft zu senden: auf amerikanische Sicherheitsanfragen in der Region zu reagieren und die europäische Präsenz in einer Region mit zunehmenden Spannungen mit Washington zu stärken. Diese Entwicklung spiegelt eine breitere strategische Verschiebung wider, da Europa und das Vereinigte Königreich versuchen, ihre Sicherheitsrollen in einer sich verändernden Welt neu zu definieren.