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Tuesday, 24 February 2026
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Studie: Menschliche Langlebigkeitsgrenzen noch nicht erreicht, aber regionale Unterschiede in Europa wachsen

Die Analyse von 450 Regionen Westeuropas zeigt fortgesetzten

Studie: Menschliche Langlebigkeitsgrenzen noch nicht erreicht, aber regionale Unterschiede in Europa wachsen
7DAYES
10 hours ago
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Europa - Ekhbary Nachrichtenagentur

Neue Studie: Haben wir die Langlebigkeitsgrenze erreicht? Ergebnisse deuten auf anhaltenden Fortschritt hin, aber mit wachsenden regionalen Lücken

Jahrzehntelang haben wohlhabendere Nationen eine stetige Zunahme der Lebenserwartung verzeichnet, angetrieben durch Fortschritte im öffentlichen Gesundheitswesen und in der Medizin. In den letzten Jahren haben sich Experten jedoch gefragt, wann dieser Fortschritt seinen Höhepunkt erreichen wird. Während einige Indikatoren auf eine Verlangsamung der Lebenserwartungsgewinne in vielen westlichen Ländern hindeuten, bietet eine umfassende neue Studie eine differenziertere Perspektive: Die Grenzen der menschlichen Langlebigkeit sind noch nicht erreicht, aber besorgniserregende regionale Trends zeichnen sich ab.

Die Forschung, veröffentlicht in der angesehenen Fachzeitschrift Nature Communications, analysierte akribisch Sterblichkeits- und demografische Daten aus 13 westeuropäischen Ländern, die 450 Regionen und fast 400 Millionen Einwohner im Zeitraum von 1992 bis 2019 umfassten. Ziel war es, die regionalen Dynamiken der Lebenserwartung zu verstehen und festzustellen, ob Anzeichen für eine "biologische menschliche Langlebigkeitsgrenze" erkennbar waren oder ob noch Raum für weitere Verbesserungen bestand.

Fortgesetzter Fortschritt in führenden Regionen

Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse der Studie ist, dass Regionen, die als "Langlebigkeits-Champions" identifiziert wurden, immer noch einen stetigen Fortschritt zeigen. Diese Gebiete, zu denen beispielsweise Regionen in Norditalien, der Schweiz und einigen spanischen Provinzen sowie Paris und seine umliegenden Départements in Frankreich gehören, verzeichnen weiterhin signifikante jährliche Zuwächse. Bei Männern beträgt der durchschnittliche jährliche Anstieg der Lebenserwartung etwa zweieinhalb Monate und bei Frauen etwa eineinhalb Monate – Raten, die mit früheren Jahrzehnten übereinstimmen. Im Jahr 2019 erreichte die Lebenserwartung in diesen führenden Regionen 83 Jahre für Männer und 87 Jahre für Frauen. Dies unterstreicht, dass weitere Verlängerungen der Lebensspanne möglich bleiben und alarmistische Narrative herausfordert, die eine unüberwindbare Grenze für die menschliche Langlebigkeit suggerieren.

Besorgniserregende regionale Divergenz

Im starken Kontrast dazu offenbart die Studie ein düstereres Bild in Regionen, die "rückständige" Lebenserwartungsraten aufweisen. In den 1990er und frühen 2000er Jahren verzeichneten diese Gebiete – darunter Teile Ostdeutschlands, Wallonien in Belgien und Teile des Vereinigten Königreichs – bemerkenswert schnelle Zuwächse der Lebenserwartung, was zu einer spürbaren Konvergenz in ganz Europa führte. Um das Jahr 2005 herum scheint dieses "goldene Zeitalter" des schnellen Fortschritts jedoch zu Ende gegangen zu sein. In den am stärksten betroffenen Regionen verlangsamten sich die Zuwächse der Lebenserwartung erheblich und erreichten einen Stillstand. Bemerkenswerterweise fielen keine französischen Regionen bei Frauen in diese Kategorie, aber bei Männern waren einige Départements der Region Hauts-de-France enthalten.

Diese Divergenz verdeutlicht eine wachsende Kluft in Europa zwischen Vorreiterregionen, die weiterhin Fortschritte machen, und rückständigen Regionen, in denen die Dynamik nachlässt oder sich sogar umkehrt. Dies steht in starkem Kontrast zu dem "Aufhol"-Momentum, das in den 1990er Jahren beobachtet wurde.

Analyse der Verlangsamung: Die Rolle der mittleren Lebenserwartung

Die Studie ging den zugrunde liegenden Ursachen dieses Wandels nach. Durch die Analyse altersabhängiger Sterblichkeitsraten kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die regionale Divergenz weder durch einen Anstieg der Säuglingssterblichkeit (die sehr gering bleibt) noch durch einen Anstieg der Sterblichkeit in der Altersgruppe über 75 (die sich weiter verlangsamt) erklärt werden kann. Der Hauptfaktor scheint die Sterblichkeit im Alter von etwa 65 Jahren zu sein.

In den 1990er Jahren verzeichneten die Sterblichkeitsraten in dieser Altersgruppe einen schnellen Rückgang, der auf den verbesserten Zugang zu Herz-Kreislauf-Behandlungen und Verhaltensänderungen zurückgeführt wurde. Seit den 2000er Jahren hat sich dieser positive Trend jedoch verlangsamt. In einigen Regionen ist das Sterberisiko zwischen 55 und 74 Jahren in den letzten Jahren tatsächlich gestiegen. Dies gilt insbesondere für Frauen in den französischen Mittelmeerküstenregionen und für den größten Teil Deutschlands. Diese mittleren Altersgruppen sind entscheidend für die Dynamik der Lebenserwartungsgewinne, da in ihnen eine beträchtliche Anzahl von Todesfällen auftritt. Daher reichen eine Stagnation oder ein Anstieg der Sterblichkeit zwischen 55 und 74 Jahren aus, um den allgemeinen Trend der Lebenserwartung zu stören.

Zukunftsaussichten

Obwohl die Studie die genauen Ursachen für diese besorgniserregenden Trends nicht identifiziert, unterstreicht sie die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die sozioökonomischen Faktoren und Lebensstilmuster zu untersuchen, die zu diesen regionalen Unterschieden beitragen. Das Verständnis dieser Dynamiken ist entscheidend für die Entwicklung wirksamer Strategien im öffentlichen Gesundheitswesen, die darauf abzielen, diese Lücken zu schließen und kontinuierliche Verbesserungen der Lebenserwartung für alle europäischen Bevölkerungen zu gewährleisten.

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