USA - Ekhbary Nachrichtenagentur
Google nutzt Geothermie für KI-Expansion mit 150-MW-Deal
Der unstillbare Hunger nach Rechenleistung, angetrieben durch die Revolution der künstlichen Intelligenz, belastet die Energieressourcen von Rechenzentren enorm. Da KI-Modelle immer komplexer werden und die Anforderungen an die Datenverarbeitung rapide steigen, stoßen traditionelle Energiequellen an ihre Grenzen. Dieser Anstieg des Energieverbrauchs zwingt Technologieriesen zu Innovationen und zur Suche nach nachhaltigen Energielösungen mit hoher Kapazität, um zu verhindern, dass ihre kapitalintensiven "Bit Barns" (Rechenzentren) ausfallen. In einem bedeutenden Schritt zur Bewältigung dieser Herausforderung hat Google sein Engagement für erneuerbare Energien durch die Sicherung einer beträchtlichen geothermischen Energieversorgung in Nevada verstärkt.
Ormat Technologies, ein führendes Unternehmen, das sich auf die geothermische Energieerzeugung spezialisiert hat, kündigte diese Woche eine Vereinbarung mit NV Energy aus Nevada an. Diese Vereinbarung wird 150 Megawatt zusätzliche Leistung für das Stromnetz liefern, die speziell zur Unterstützung der laufenden Expansion von Googles Rechenzentrumsanlagen in der Region bestimmt sind. Diese bedeutende Kapazitätserhöhung unterstreicht die entscheidende Rolle einer zuverlässigen und sauberen Energie für das kontinuierliche Wachstum von KI-gestützten Technologien. Google, oft in Tech-Kreisen als "Schokoladenfabrik" bezeichnet, hat eine lange Geschichte der Nutzung geothermischer Energie. Sein Engagement für diese erneuerbare Energiequelle reicht mindestens bis ins Jahr 2008 zurück, als das Unternehmen begann, Geothermie als Mittel zur Kompensation des erheblichen CO2-Fußabdrucks seiner riesigen Rechenzentrumsaktivitäten zu prüfen.
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Die jüngsten Fortschritte bei Enhanced Geothermal Systems (EGS) haben diese Technologie immer praktikabler gemacht. Ein wichtiger Partner bei dieser Initiative war Fervo Energy, dessen "Enhanced Geothermal Plant" 2023 in Nevada in Betrieb genommen wurde. Diese Anlage nutzt die natürliche Erdwärme zur Erzeugung von Dampf, der dann Turbinen zur Stromerzeugung antreibt, ähnlich dem Prozess in herkömmlichen Wärmekraftwerken. Die Haupthürde besteht darin, tief genug zu bohren, um auf die notwendigen Wärmereservoirs zuzugreifen. Fervos Pionierarbeit, die auf Techniken der Öl- und Gasindustrie basiert, umfasste das Bohren von zwei parallelen Bohrlöchern bis zu einer Tiefe von etwa 8.000 Fuß (2.438 Meter). Die Gesteinsformationen zwischen diesen Bohrlöchern werden dann hydraulisch aufgebrochen, um den Wasserfluss zu ermöglichen, wo es auf Temperaturen über 190 Grad Celsius erhitzt wird und den für die Stromerzeugung benötigten Dampf erzeugt.
Das anfängliche Pilotprojekt von Fervo und Google war bescheiden und erzeugte etwa 3,5 Megawatt. Sein Erfolg ebnete jedoch den Weg für eine breitere Zusammenarbeit. Nur ein Jahr später wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, um zusätzliche 115 Megawatt zu liefern. Während dies eine beträchtliche Steigerung darstellte, ist der Energiebedarf moderner KI-Rechenzentren exponentiell höher. Es wird zunehmend erwartet, dass diese Anlagen Leistungskapazitäten von über einem Gigawatt benötigen, was die Notwendigkeit noch größerer Energielösungen wie der neuen Vereinbarung mit Ormat unterstreicht.
Ormats Vereinbarung mit NV Energy, die darauf abzielt, die derzeitige geothermische Energieversorgung für Googles Betriebe mehr als zu verdoppeln, hängt von der Genehmigung durch die staatliche Public Utilities Commission im späteren Jahresverlauf ab. Wenn regulatorische Hürden überwunden werden, erwartet Ormat, dass die neuen Geothermiekraftwerke zwischen 2028 und 2030 mit der Stromproduktion beginnen und mindestens 15 Jahre lang in Betrieb bleiben. Diese langfristige Verpflichtung signalisiert ein starkes Vertrauen in die Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit der Geothermie.
Google ist nicht der einzige große Technologiekonzern, der das Potenzial der Geothermie erkennt. Auch Meta, ein weiterer Branchenriese, hat diese Energiequelle aktiv erkundet. Im Jahr 2024 schloss Meta eine Vereinbarung mit Sage Geosystems ab, um bis zu 150 Megawatt aus Erdwärme gewonnene Energie zu sichern. Diese parallelen Investitionen führender Hyperscaler deuten auf einen breiteren Branchentrend hin, Energieportfolios zu diversifizieren und innovative saubere Energielösungen zur Deckung zukünftiger Anforderungen einzusetzen.
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Trotz der inhärenten Herausforderungen, einschließlich hoher Anfangskosten und des Bedarfs an fortschrittlichen Bohrtechnologien, glauben Experten, dass Geothermie eine entscheidende Rolle bei der Deckung eines erheblichen Teils des zukünftigen Energiebedarfs von Rechenzentren spielen kann. Ein Bericht der Denkfabrik Rhodium Group schätzte, dass Geothermie bis Anfang der 2030er Jahre bis zu 64 % des erwarteten Wachstums des Energiebedarfs von Rechenzentren decken könnte. Damit dieses Potenzial voll ausgeschöpft werden kann, müssen die Betreiber von Rechenzentren jedoch bereit sein, eine Prämie von etwa 20 % gegenüber den regionalen Stromquellen zu zahlen, und hoffen, dass Steuergutschriften für Geothermie nicht gekürzt werden. Die erfolgreiche Integration von Geothermie in den Energiemix für KI-Infrastrukturen stellt einen entscheidenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren digitalen Zukunft dar.